Umfragen im Auftrag der BILD sind mit Vorsicht zu genießen. Aber wenn diese hier stimmt, dann finden 62 Prozent der Befragten "militärische Gewalt gegen den libyschen Diktator" richtig. Und 65 Prozent finden "die Haltung der Bundesregierung richtig", bei dem Krieg nicht mitzumachen.
Eine komische Überschneidung entsteht da: Es gibt also außer Guido Westerwelle noch mehr Menschen in diesem Land (mindestens 17 Prozent), die beides wollen: einen Militärschlag gegen Libyen, ja - aber bitte ohne unsere deutschen Soldaten. Besonders konsequent ist das nicht.
Wer andere die Drecksarbeit machen lässt, der darf sich jedenfalls nicht beschweren, wenn das Ergebnis anders aussieht als erhofft. Das gilt übrigens auch für die arabische Liga!
Sonntag, 20. März 2011
Feuer frei!
Gestern Abend, 20.15 Uhr: Brennpunkt nach der Tagesschau. Mal wieder, wie fast jeden Tag, seit die Welt Kopf steht. Und dann das: "Die Franzosen haben gesagt, dass die etwa 20 Rafall-Maschinen, die hier über Lybien im Einsatz sind, erstens das Flugverbot durchsetzen sollen und zweitens die Zivilbevölkerung in Bengasi treffen." (ab Minute 7,10)
Die Zivilbevölkerung treffen? Natürlich nicht. Es war nur ein Versprecher, den sich der ARD-Korrespondent Michael Strempel da geleistet hat. Oder war es ein Freud'scher Versprecher? Einer, bei dem der eigentliche Gedanke, das, was nicht gesagt werden sollte, aus Versehen zu Tage tritt?
Natürlich sagen die Franzosen, sie wollten die Zivilbevölkerung schützen. Aber: Wer aus Flugzeugen angreift (egal ob mit Bomben oder mit Raketen oder mit sonstigen Waffen), der trifft auch die Zivilbevölkerung. Ob er will oder nicht. Herr Strempel hat das - aus Versehen - auch so gesagt. Es gibt keinen sauberen Krieg. Kein UN-Mandat und keine noch so guten Absichten (falls die vorhanden sind) können an dieser Tatsache etwas ändern.
Der Brennpunkt verschleiert das leider. Strempel spricht von einem "Feuerwehreinsatz" der Franzosen. Was ist das für eine Feuerwehr, die das brennende Haus mit Feuer löschen will? Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen bringt nichts, das hat schon Ghandi gewusst. Die Franzosen und ihre Verbündeten wissen es anscheinend nicht. Und der UN-Sicherheitsrat weiß es offensichtlich auch nicht. Aber ein ARD-Korrespondent sollte es wissen.
Die ARD-Moderatorin Ute Brucker sollte es auch wissen. Sie gibt dem Brennpunkt den Titel "Gaddafi unter Feuer". 48 Menschen sind bisher gestorben. Gaddafi ist kein Haar gekrümmt worden. Wie auch? In Tripolis haben Libyer als "menschliche Schutzschilde" Position vor seinem Wohnhaus bezogen. Sie werden ihn verteidigen. Von "Gaddafi unter Feuer" kann also keine Rede sein. Es sind seine Soldaten, seine Söldner und sein Volk - Männer, Frauen, Kinder, manche loyal, manche rebellisch -, auf die gefeuert wird. Nicht er. Jeder Freiheitskämpfer in Bengasi muss eher um sein Leben fürchten als der despotische Immer-noch-Herrscher. Gaddafi angreifen, das bedeutet: Feuer frei auf die Zivilbevölkerung!
Vielleicht blieb Michael Strempels Versprecher deshalb unverbessert.
Die Zivilbevölkerung treffen? Natürlich nicht. Es war nur ein Versprecher, den sich der ARD-Korrespondent Michael Strempel da geleistet hat. Oder war es ein Freud'scher Versprecher? Einer, bei dem der eigentliche Gedanke, das, was nicht gesagt werden sollte, aus Versehen zu Tage tritt?
Natürlich sagen die Franzosen, sie wollten die Zivilbevölkerung schützen. Aber: Wer aus Flugzeugen angreift (egal ob mit Bomben oder mit Raketen oder mit sonstigen Waffen), der trifft auch die Zivilbevölkerung. Ob er will oder nicht. Herr Strempel hat das - aus Versehen - auch so gesagt. Es gibt keinen sauberen Krieg. Kein UN-Mandat und keine noch so guten Absichten (falls die vorhanden sind) können an dieser Tatsache etwas ändern.
Der Brennpunkt verschleiert das leider. Strempel spricht von einem "Feuerwehreinsatz" der Franzosen. Was ist das für eine Feuerwehr, die das brennende Haus mit Feuer löschen will? Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen bringt nichts, das hat schon Ghandi gewusst. Die Franzosen und ihre Verbündeten wissen es anscheinend nicht. Und der UN-Sicherheitsrat weiß es offensichtlich auch nicht. Aber ein ARD-Korrespondent sollte es wissen.
Die ARD-Moderatorin Ute Brucker sollte es auch wissen. Sie gibt dem Brennpunkt den Titel "Gaddafi unter Feuer". 48 Menschen sind bisher gestorben. Gaddafi ist kein Haar gekrümmt worden. Wie auch? In Tripolis haben Libyer als "menschliche Schutzschilde" Position vor seinem Wohnhaus bezogen. Sie werden ihn verteidigen. Von "Gaddafi unter Feuer" kann also keine Rede sein. Es sind seine Soldaten, seine Söldner und sein Volk - Männer, Frauen, Kinder, manche loyal, manche rebellisch -, auf die gefeuert wird. Nicht er. Jeder Freiheitskämpfer in Bengasi muss eher um sein Leben fürchten als der despotische Immer-noch-Herrscher. Gaddafi angreifen, das bedeutet: Feuer frei auf die Zivilbevölkerung!
Vielleicht blieb Michael Strempels Versprecher deshalb unverbessert.
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