Sonntag, 1. Mai 2011

Es geht uns alle an

Die Bahn ist raus, ihre Tochterfirma macht wohl nicht mehr mit beim völkerrechtswidrigen Projekt, der Eisenbahnstrecke zwischen Tel-Aviv und Jerusalem, die mitten durch palästinensisches Land führen soll. An einem sonnigen Sonntagabend möchte sich da jeder gerne entspannt zurücklegen und denken: na bitte, dann haben wir ja nichts mehr mit der Sache zu tun.
Zurücklehnen ist aber gefährlich in Zeiten wie dieser. Zeiten, in denen sich die Fatah und die Hamas einander annähern, was einen Staat Palästina zumindest theoretisch möglich machen könnte. Zeiten, in denen die israelische Regierung auf diese Aussöhnung mit Sanktionen reagiert, die von so manchem Palästinenser als Kriegserklärung verstanden werden und somit Öl aufs Hassfeuer der Hamas gießen.
Zurücklehnen kann sich da niemand, der sich Frieden im Nahen Osten wünscht.
Dass viele Israelis eindeutig nicht zu der Gruppe derer gehören, die sich Frieden wünschen, lässt sich am besten daran sehen, wie sie die Geschichte darstellen. Doch nicht nur sie.
Radio AREF ist ein evangelischer Rundfunk, so stehte es auf der Homepage. Eigentlich wollen die ehrenamtlichen Mitarbeiter nur "Gottes Wort in ansprechender Form weitergeben" und "Interesse am Glauben an Jesus Christus wecken", heißt es. Dann ist es vielleicht Zufall, dass ihre historische Darstellung der Entstehung des Staates Israel ein wenig politisch ausfällt?

Aber ich schweife ab. Worauf ich hinaus wollte ist die Tatsache, dass nur mit einer Zweistaatenlösung die Chance auf Frieden bestehen kann. Dass Israel jedes Mal, wenn die Palästinenser einen Schritt in diese Richtung machen, alles daran setzten, den Fortschritt sofort wieder zunichte zu machen, zeigt für mich nur eins: Dass zumindest die isralische Regierung offenbar so viel Gefallen am Status quo findet, dass sie Angst vor jeglichen Veränderungen hat.
Nur: Veränderungen lassen sich nicht aufhalten. Nicht in den Nachbarländern Ägypten und Syrien und auch nicht im eigenen Land. Bleibt zu hoffen, dass es Veränderungen zum Guten sein werden. Und mit "gut" meine ich nur eines: Frieden!

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