Der israelische Botschafter in Deutschland, Yoram Ben Zeev, will Frieden in Nahost. Und die Zweistaatenlösung. Verglichen mit so manchem seiner Landsleute könnte er damit schon als radikaler Pazifist bezeichnet werden. In seiner Außenansicht in der Süddeutschen Zeitung (Nr. 78, 4.4.2011) wird jedoch relativ deutlich, warum die vielen von ihm koordinierten Friedensverhandlungen mit den Palästinensern scheitern mussten.
Ben Zeev schreibt, Israel habe "kein Interesse" an einer Eskalation der gegenwärtigen Situation. Und weiter: "Doch wir wollen einen Frieden in Sicherheit. Deshalb führen wir einen entschlossenen Krieg gegen den Terror."
Der Denkfehler ist offensichtlich: Krieg und Gewalt sind das Gegenteil von Sicherheit und Frieden. Das weiß jedes Grundschulkind. Mit einem Krieg kann ein Staat die Mehrzahl seiner Gegner ausschalten und die restlichen von ihnen in den Untergrund treiben. Für eine kurze Zeit können die Gegner so aus dem Bewusstsein verdrängt und Gefühle wie Sieg und Sicherheit suggeriert werden. Gewalt aber erzeugt Gegengewalt. Deshalb bringt der "Krieg gegen den Terror" dem israelischen Volk keine Sicherheit, sondern er schürt Rachegelüste bei der Hammas und bringt ihr die Unterstützung der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen.
Wer Krieg gutheißt, dessen Moral unterscheidet sich nicht von der der Hammas. Und wer Menschenleben gegeneinander aufwiegt, der versteht nichts vom Frieden. Es macht kaum einen Unterschied, ob ein Staat nur Aufrüsten oder Aufrüsten und Verhandeln will. Sicherheit ist schwächer als Gewalt, sie kann sich nicht durchsetzen. Frieden ist instabiler als Krieg, er bricht sofort zusammen.
Ben Zeevs Friedensbemühungen in allen Ehren. Aber solange er davon überzeugt ist, seinem Land könne der Krieg gegen den Terror einen "Frieden in Sicherheit" bringen, könnte er sich die mühselige Diplomatie und die zähen Verhandlungen eigentlich sparen.
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